Flix-Modell

Das neue Fix-Flex-Modell, das mit dem aktuellen Landesrahmenvertrag zur Kurzzeitpflege (§ 75 SGB XI) eingeführt wurde, verändert die Bereitstellung und Nutzung von Kurzzeitpflegeplätzen in Pflegeeinrichtungen grundlegend – mit positiven Auswirkungen auf die Versorgungsrealität Ihrer Klientinnen und Klienten.

Hintergrund: Warum ist das Fix-Flex-Modell wichtig?

Die stationäre Kurzzeitpflege stellt eine essenzielle Unterstützungsform dar, insbesondere für Menschen mit Pflegebedarf nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei temporärer Unterversorgung im häuslichen Umfeld. In der Praxis war die Suche nach freien Kurzzeitpflegeplätzen bislang oft schwierig – insbesondere kurzfristig oder in strukturschwachen Regionen. Das neue Modell soll Flexibilität, Planbarkeit und Versorgungssicherheit verbinden. Für Betreuerinnen und Betreuer bedeutet dies eine echte Entlastung bei der Organisation von Anschlussversorgungen.

Was genau sind Fix-Flex-Plätze?

Fix-Flex-Plätze bezeichnen eine Kombination aus fest reservierten und flexibel nutzbaren Pflegeplätzen innerhalb vollstationärer Einrichtungen. Zwei Typen von Kurzzeitpflegeplätzen werden unterschieden:

Fixe Plätze: - ausschließlich für Kurzzeitpflege reserviert - ganzjährig nicht anderweitig belegbar (z. B. keine Dauerpflege oder Probewohnen) mindestens ein fixer Platz pro Einrichtung ist verpflichtend 

Flexible (eingestreute) Plätze: - nutzbar für Kurzzeitpflege oder Dauerpflege, je nach aktueller Auslastung - wirtschaftlich attraktiv für Einrichtungen, da höhere Belegungswahrscheinlichkeit 

 

• Was bedeutet das für die Versorgung?

Dank des neuen Modells sind Pflegeeinrichtungen verpflichtet, mindestens einen echten Kurzzeitpflegeplatz verbindlich vorzuhalten, während sie gleichzeitig zusätzliche Flexibilität erhalten, weitere Plätze bedarfsorientiert für beide Versorgungsformen zu nutzen. Das Modell stärkt somit: • die kurzfristige Verfügbarkeit von Pflegeplätzen,

• die Anschlussversorgung nach Krankenhausaufenthalten,

• und den Zugang für Menschen, die in häuslicher Umgebung übergangsweise nicht versorgt werden können.

 

• Relevanz für Ihre Betreuungspraxis

Für Sie als rechtlich betreuende Person bietet das Modell folgende konkrete Vorteile: 

• Bessere Planbarkeit bei der Entlassung aus Kliniken: Gerade wenn Fristen knapp sind, können Sie künftig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auf tatsächlich verfügbare Kurzzeitpflegeplätze zugreifen.

• Schnellere Unterbringung bei Wegfall der häuslichen Versorgung: Bei Ausfall von Angehörigen oder Pflegepersonen kann nun kurzfristiger reagiert werden.

• Mehr Einrichtungen bieten Kurzzeitpflege an: Die Flexibilität macht das Angebot wirtschaftlich attraktiver – so könnten mehr Träger einsteigen oder bestehende Einrichtungen ausbauen.

• Klare Belegungsvorgaben durch den Träger: Die Zimmernummern der fixen und flexiblen Plätze müssen an die Pflegekassen gemeldet werden, was Transparenz und Nachverfolgbarkeit für Betreuende erhöht.

 

• Finanzierungs- und Rechtsrahmen

Die rechtliche und finanzielle Grundlage des Fix-Flex-Modells findet sich insbesondere in:

• § 42 SGB XI – Kurzzeitpflege als Leistung der Pflegeversicherung

• § 86 SGB XI – Pflegesatzverfahren

• § 88a SGB XI – Empfehlungen zur vergüteten Kurzzeitpflege

• Landesrahmenvertrag Rheinland-Pfalz nach § 75 SGB XI Pflegesätze:

• Fix-Flex-Plätze orientieren sich grundsätzlich an den Sätzen der vollstationären Dauerpflege bei Pflegegrad 3.

• Zusätzlich erhalten Träger Zuschläge für reservierte Fixplätze: - 15 % bei einem festen Platz - 17,5 % bei zwei festen Plätzen - 20 % bei drei festen Plätzen. Diese Struktur stärkt die Wirtschaftlichkeit des Angebots und schafft Anreize für Träger, mehr Kurzzeitpflegeplätze bereitzustellen – was letztlich Ihren Klientinnen und Klienten zugutekommt.

 

Was ist als Betreuerin oder Betreuer zu beachten?

• Fragen Sie bei der Suche gezielt nach Fix-Flex-Kurzzeitpflegeplätzen.

• Achten Sie auf Einrichtungen mit gemeldeten „fixen“ Kurzzeitpflegezimmern.

• Informieren Sie sich über mögliche Spezialisierungen auf Krankenhausnachsorge, da diese Einrichtungen besonders geeignet sein können.

• Bringen Sie das Modell auch bei Case-Management-Gesprächen mit Kliniken oder Angehörigen ein, um eine schnelle Nachsorge abzusichern.

 

• Fazit

Das Fix-Flex-Modell ist ein Gewinn für die Pflegeinfrastruktur und zugleich eine Erleichterung für alle Beteiligten:

  • Für Pflegeeinrichtungen: wirtschaftlich tragfähiger
  • Für Pflegebedürftige: besserer Zugang zu Kurzzeitpflege
  • Für rechtliche Betreuer:innen: höhere Handlungssicherheit in Versorgungskrisen. Bitte machen Sie von diesem Wissen Gebrauch und binden Sie das Modell aktiv in Ihre Betreuungspraxis ein – insbesondere bei der Anschlussversorgung nach Klinikentlassungen oder bei akuten Versorgungslücken in der Häuslichkeit. 
> Teambuilding Teambuilding check